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Herzoghaus Mecklenburg-Strelitz
 
 
Helmut Borth

Herzoghaus Mecklenburg-Strelitz

Von gekrönten Häuptern, blaublütigen Kuckuckskindern und der Mirower Fürstengruft

2. Auflage, 216 Seiten, 85 Abbildungen, Broschur
ISBN 978-3-942477-06-2

14,95 € *
 
 
 
 
 

Adolf Friedrich IV., Herzog zu Mecklenburg-Strelitz und von Reuter als »Dörchläuchting« unsterblich gemacht, zählt ebenso zu den in der Mirower Fürstengruft beigesetzten Adligen wie die Eltern der Preußenkönigin Luise oder der Königin Englands, Sophie Charlotte. Doch nicht jeder Blaublüter, der in der Gruft seine letzte Ruhestätte fand, spielte eine rühmliche Rolle in der Geschichte des In- und Auslandes. Autor Helmut Borth ist wieder einmal in die Tiefen der Archive, Bibliotheken und Gruften vorgedrungen und hat zum Teil in Vergessenheit geratenes Material zu Tage befördert. Entstanden ist eine Chronik zu 24 Adligen, die alle in der Mirower Fürstengruft beigesetzt wurden – mit Glanz und Gloria oder Schande!

 

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Quelle: Ostseezeitung | 15.07.2011
Neue Lektüre über den Adel
Mecklenburger Häuser waren eng mit europäischem Hochadel verbunden. Ihre Beziehungen reichen bis in die größten europäischen Adelshäuser, das Großherzogtum wurde aber 1919 aufgelöst: Ein neues Buch des Steffen Verlags (Friedland) beleuchtet das Leben von 24 Adligen aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz. Es trägt den Titel "Herzoghaus Mecklenburg-Strelitz", wie eine Sprecherin des Verlags gestern sagte. Vertreter des Hauses heirateten unter anderem nach Großbritannien, Dänemark, Montenegro, Russland und Preußen sowie in verschiedene deutsche Adelshäuser wie Hessen-Kassel oder Anhalt-Dessau ein. Der Autor Helmut Borth will das Buch heute im 3-Königinnen-Palais in Mirow vorstellen.
Borth schreibt unterhaltsame Episoden unter anderen über Wilhelm von Braunschweig, der 1541 die damalige Johanniter-Komturei Mirow übernimmt. Bedacht wird auch Adolf Friedrieh IV, den der Dichter Fritz Reuter mit "Dörchläuchting" beschrieb. Ein Beitrag ist Georg Alexander gewidmet, der als Nachfahre des Hauses 1996 auf der Schlossinsel Mirow in der Fürstengruft beigesetzt wurde. Sein Sohn, Georg Borwin von Mecklenburg-Strelitz, leite die Geschicke des Hauses aus Hinterzarten im Schwarzwald.
Die Adelsgeschichte des mit Preußen stark verbundenen Mini-Staates zieht jährlich mehrere tausend Touristen nach Neustrelitz, Mirow und Hohenzieritz, wo ein Museum an die Preußenkönigin Luise (1116 bis 1810) erinnert. In Mirow wuchs die spätere englische Königin, Sophie Charlotte, auf. Sie wurde vor 250 Jahren in London gekrönt.

Quelle: Nordkurier.de, Jürgen Tremper, am 04.07.2011
Unterhaltsame Episoden von gekrönten Häuptern
Helmut Borth kennt sich in der Historie der mecklenburgischen und vorpommerschen Regionen aus. Bislang erschienen vier regionalgeschichtliche Rückschauen in Buchform, eine dreibändige Darstellung über Schlösser, die am Wege liegen und mehr als 530 Beiträge in verschiedenen Printmedien. In seiner sechsten Publikation bietet der Buchautor eine gelungene Retrospektive auf das Herzoghaus Mecklenburg-Strelitz, dessen gekrönte Häupter, blaublütige Kuckuckskinder und die Mirower Fürstengruft. Es zeigt sich neuerlich: Jedes gute Buch braucht eine gescheite Idee.
Helmut Borth fasst die Mirower Fürstengruft mit ihren 21 ausgestellten Särgen als ein Museum auf. Er will "ein Mirower Totenbuch" schreiben. In episodischer Erzählweise sollen drei Jahrhunderte mecklenburgischer, deutscher und europäischer Geschichte dem Vergessen entrissen werden. Der Autor erzählt Geschichte in Geschichten, "ohne Anspruch auf irgendeine Art von Vollständigkeit zu erheben". Dieses Konzept fordert jedoch Balance. Einerseits muss mit Emotionen interpretiert, andererseits müssen nach grundverschiedener Quellenlage fürstliche Lebensläufe rekonstruiert werden.
Einführend gibt es einen wohlgeordneten Überblick über die Mirower Totenliste des Herzoghauses Mecklenburg-Strelitz und die Klosterkirche der Johanniter auf der Mirower Halbinsel. Die Lebensgeschichten beginnen mit Wilhelm von Braunschweig (vor 1514-1557), der clever mit einem Husarenstück den Anfang vom Ende der Ordensmacht der Johanniter in Mirow einfädelte. Ihm folgt Carl Herzog zu Mecklenburg (1540-1610), beschrieben als fürstlicher Festungsbauer. Zum Abschluss gibt es eine lebendige Skizze von Georg Alexander (1921-1996), Herzog zu Mecklenburg. In diesen quellenfundierten wie auch differenziert gezeichneten Lebensbildern widerspiegeln sich Machtgier ebenso wie Familienfehden, Erbstreitigkeiten, ausschweifende Feste sowie frivole Liebesgeplänkel. Zu spüren ist die umsichtige und vor allem kritische Auswertung der Quellen.
Borth stellt Fragen an die Geschichte des in der Fläche relativ kleinen, aber in der deutschen wie europäischen Geschichte eine beachtliche Rolle spielenden Herzogtums Mecklenburg-Strelitz. Er sucht nach Antworten, lässt aber auch Fragen offen. Patent verbindet der Neubrandenburger Publizist die Geschichte von Bauwerken mit ihren herzoglichen Protagonisten. So den leidenschaftlichen Jäger Großherzog Georg Friedrich Carl (1779-1860) mit dem Schweizerhaus im Serrahner Revier oder Carl Friedrich August (1785-1837) mit der Neustrelitzer Stadtkirche. Entstanden ist ein faszinierendes wie unterhaltsames Episodenbuch über die Geschichte des Herzoghauses. Diese aufgeweckte Art Rückbesinnung auf die Rolle der Blaublüter passt in unsere Zeit und in heutige Präsentationen von Vergangenheit längst vergangener Jahrhunderte.