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Das Militärerholungswesen in der DDR
 
 
Udo Beßer

Das Militärerholungswesen in der DDR

Erholungsheime, Ferienlager, Kureinrichtungen

192 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-942477-30-7

19,95 € *
 
 
 
 
 

Das Militärerholungswesen der NVA bot Ausgleich für die Strapazen der ständigen Gefechtsbereitschaft mit 85 % Anwesenheitspflicht. Und es war eine Erfolgsgeschichte. Nach bescheidenen Anfängen wurde in den 1970er Jahren ein Investitionsprogramm begonnen, das die Kapazitäten und das Niveau der Einrichtungen verbesserte. Das Buch beschreibt alle Ferienheime, die Kureinrichtungen und 3 große Kinder­ferienlager. Nach der Entwicklungs- oder Baugeschichte werden das Leben, die Erholungsmöglichkeiten in den Ferien­einrichtungen, Ausstattung, Verpflegung, Kosten und Preise, aber auch Privilegien dargestellt. Die Naherholung in den Standortbereichen, der internationale Urlauberaustausch und die heutige Nutzung der Immobilien werden thematisiert.

 

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„Das Verdienst des Autors ist es, mit seiner Beschreibung der Struktur des Militärerholungswesens etwas den geheimnisvollen Schleier von manchen Objekten genommen zu haben.“
Mitteldeutsche Zeitung | Mai 2015

"Beßer skizziert die Anfänge in den 1970er Jahren und stellt die Rahmenbedingungen von Urlaubsgewährung im In- und Ausland dar. Dabei geht er sehr detailliert auf Strukturen, Unterbringung, Verpflegung, Ausstattung und Preise ein. Das Herzstück des Buches macht jedoch die Spurensuche nach den diversen Erholungsheimen aus."
Militärgeschichte - Zeitschrift für historische Bildung, Ausgabe 3/2013


Zwischen Ex.-Ausbildung und Gefechtsschießen – Erholung in Ferienanlagen der NVA
Urlaub – die schönste Zeit des Jahres, so der allgemeine Sprachgebrauch. In den Streitkräften der ehemaligen DDR  allerdings war Urlaub vielfach ein Reizwort. Für den Soldaten sowieso, denn die Zahl der Urlaubstage war immer zu gering, der Beginn  nie voraus zu planen. Für die Vorgesetzten war der Urlaub immer abhängig vom Kalenderplan der Gefechtsausbildung und den, manchmal plötzlichen, Einfällen der Chefs vieler Stufen.
Insofern begibt sich der Autor des vorliegenden Bandes gewissermaßen auf ein Minenfeld. Udo Beßer jedoch gelingt es, mit der Sachlichkeit seiner Darlegungen, seiner oft mit feiner Ironie gewürzten Sprache, mit amüsanten Episoden und der nicht selten deutlichen Kritik an den „Nutzungsrechten“ höchster Vorgesetzter an den vorgestellten Ferienanlagen den Leser sowohl zu interessieren als auch auf seine Seite zu ziehen.
Eingeleitet wird das mit sehr guter  Druckqualität und  nun schon traditionellem Layout versehene neue Buch aus der Militär – Marine – Jagd - Serie des Steffen-Verlages mit  einer kurzen historischen Ableitung zu dem in der DDR verfassungsmäßig festgelegten „Recht auf Erholung, auf jährlichen Urlaub gegen Entgelt, auf Versorgung bei Krankheit und im Alter…“. Dem folgen die gut gegliederte Übersicht zur Feriengestaltung in Erholungsheimen der NVA : Prinzipien der Verteilung von Urlaubsschecks, Art der Unterbringung, Verpflegung (bis hin zum 13-Tage-Speiseplan eines der Heime), Art der Ausstattung und Preise. Gegliedert nach Erholungsheimgruppen werden, beginnend im Erzgebirge und endend an der Ostsee, mit Worten und mehr als 160 Abbildungen alle von der NVA und deren Vorgängern HVA und KVP gebauten, gekauften, mit Beschlag belegten und mehr oder weniger lange genutzten Ferienanlagen und Kureinrichtungen vorgestellt. Erstmals wird dabei auch die den meisten Armeeangehörigen unbekannt gebliebene „Aktion Rose“, die staatlich gelenkte Hotelenteignung an der Ostseeküste, detailliert beschrieben. Der Organisation des Urlauberaustausches  sowohl mit den befreundeten Armeen des Warschauer Vertrages als auch, für einige wenige, mit Ländern wie Kuba, Jugoslawien, Syrien, Mocambique, Algerien, und Nordkorea wird ebenso Platz eingeräumt wie den erstaunlich umfangreichen Möglichkeiten der Nutzung von Kureinrichtungen zu prophylaktischen und Erholungskuren. Nicht vergessen werden auch die von vielen Stäben und Truppenteilen zum Teil in Eigenleistungen geschaffenen und umfangreich genutzten Einrichtungen zur Naherholung. Der Leser erhält, so wie es der Buchtitel verspricht,  einen gründlichen Überblick über den Umfang und die Gesamtorganisation des militärischen Erholungswesens in der DDR, angefangen von der Anzahl der Heime und der vorhandenen Urlaubsplätze bis hin zur Mitteilung  über die 99%ige Auslastung der Ostseeferienplätze in den Sommermonaten. Ein ganzes Kapitel gehört den Kinderferienlagern der NVA. Hier leben nochmals  Erinnerungen auf an stets garantierte und immer preiswerte Möglichkeiten zur Erholung für Kinder (bekanntlich nicht nur jene der Armeeangehörigen)  in deren Ferien. Tief zu bedauern ist noch heute jenes hier mit aufgeführte  tragische Unglück, dass zwar nicht in einem Ferienlager der NVA, aber doch mit Soldaten und Technik der NVA , geschah und sieben Kinder das Leben kostete.
Kennzeichnend für die in diesem Buch stets objektiv gewahrte  Sicht des Autors sind seine Betrachtungen zur Nutzung der Heime und Anlagen nach 1990. Nur wenige davon „überlebten“. Mit Abbildungen und sachlichen Kommentaren wird der Zerfall einst wertvoller Immobilien dokumentiert. Das einleitend genannte Wettbewerbsmotto der NVA-Ferienheime, „Jeder Urlauber ist ein willkommener und zufriedener Gast“, wird vom Autor zustimmend gesehen und durch seine eigenen Beobachtungen in mehreren von ihm genutzten  Ferienheimen gestützt. Aus der eigenen Kenntnis vieler solcher Anlagen kann der hier Schreibende diesem Urteil  ebenso zustimmen wie der von Udo Beßer getroffenen Aussage: „Das Militärerholungswesen war eine Erfolgsgeschichte“.
Anmerkungen, Quellen-  und Bildverzeichnis sowie die Vita des Autors mit Foto schließen ein gut lesbares und sicher nicht nur für ehemalige aktive Nutzer der vorgestellten Heime und Anlagen hochinteressantes Buch ab.
Martin Kunze


Udo Beßer: Das Militärerholungswesen in der DDR – Erholungsheime, Ferienlager, Kureinrichtungen
Fürsorge und Betreuung sind für jede Armee wichtig, erhöhen sie doch die Einsatzbereitschaft und bestimmen sie die Attraktivität des Dienstes. Kein Wunder, dass die NVA ein Militärerholungswesen unterhielt, um Regenerationsmöglichkeiten ihrer Angehörigen zu schaffen. Es bot Ausgleich für Strapazen der ständigen Gefechtsbereitschaft mit der rund 85 %igen Anwesenheitspflicht. Nach ersten Anfängen in verfügbarer Infrastruktur wurde in den 70iger Jahren ein Investitionsprogramm begonnen, das die Kapazitäten und das Niveau der Einrichtungen verbesserte.
Im Werk beschreibt der Autor, ehemaliger Angehöriger von NVA und Bundeswehr, die Konzeption und die Feriengestaltung in der NVA insgesamt. Auf den internationalen Urlauberaus-tausch im Warschauer Pakt wird hingewiesen. Ergänzend werden die Erholungseinrichtungen nach den damals üblichen Gruppen, darunter auch Kurheime und Kinderferienlager, präsentiert. In der Darstellung werden nicht nur Infrastruktur, Erholungsmöglichkeiten, Ausstattung, Verpflegung, Kosten, Preise und heutige Nutzung erläutert, sondern auch über Episoden, Ereignisse und Erkenntnisse über Privilegien informiert. So werden Zuweisungspraxis von Erholungsplätzen und Chancen für verschiedene Dienstgradgruppen, einen Platz zu erhalten, beschrieben. Im Anhang kann ein exemplarischer Speiseplan nachvollzogen werden.
Dem Autor gelingt es, die Thematik interessant. gut lesbar und umfänglich darzustellen. Gleichzeitig wird die zunehmende NVA – Literatur durch ein weiteres, gewiss einmaliges Werk ergänzt, dessen Lektüre wir unseren Lesern ausdrücklich empfehlen.
Quelle: Hardthöhen-Kurier – Das Magazin für Soldaten und Wehrtechnik | 2/2013 | Friedrich K. Jeschonnek

3. Januar 2013 um 17.00 Uhr
Lesung
Udo Beßer
Haus des Gastes, Hauptstraße 4, 17449 Ostseebad Karlshagen