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Rote Brause Schwerin
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Rote Brause Schwerin

Schwerin 1954-1994, Band 10 der Edition Rote Brause

128 Seiten | Festeinband | Format: 23,5 x 31 cm
ISBN 978-3-940101-60-0
19,50 € *

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Der bekannte Schweriner Zeitungsfotograf Ernst Höhne hat in seinem  Bildarchiv gestöbert und... mehr
Der bekannte Schweriner Zeitungsfotograf Ernst Höhne hat in seinem  Bildarchiv gestöbert und unwiederbringliche Fotodokumente aus 40 Jahren seines Schaffens in Schwerin für den neuen Bildband "Rote Brause Schwerin" herausgesucht.
Die Betrachter kann erfassen, was diese Stadt einmal war, wer sie bewohnte, in ihr arbeitete oder sie besuchte. Höhne war zur Stelle, als wohnungssuchende Menschen der Stadt in den 50er und 60er Jahren mit Spaten, Schaufeln und Loren Baugruben für die Neubausiedlung in der Weststadt aushoben. Höhne war auch der fotografische Chronist der Umgestaltung am Großen Moor. Anlässlich der 825-Jahr-Feier der Stadt 1985 wurde der 1. Bauabschnitt Großer Moor übergeben. Er hatte aber auch noch eine Aufnahme vom heruntergekommenen Hinterhofmilieu dieses Altstadtgebietes aus dem Jahre 1974 im Köcher. Dieses Foto blieb zu DDR-Zeiten unveröffentlicht. Andere Höhne-Fotos wurden umso pompöser aufgemacht. Zum Beispiel die abgelichteten 16 Modelle der neuen Schweriner Innenstadt, die in einer achtseitigen Sonderveröffentlichung der SVZ vom 3./4. Mai 1969 erschienen sind. Solche Modell-Aufträge hatte das Politbüro der SED damals von mehreren Bezirksstädten bei der Deutschen Bauakademie in Auftrag gegeben.
Es sind unendliche Geschichten wie diese, die sich hinter den Fotos in dem Schwerin-Band verbergen. Höhne hat seine Fotos nur mit spärlichen Texten versehen. Er will, dass der Blick aufs Bild die Sinne schärft, die eigene Erfahrung weckt und den Verstand belebt. Dabei stößt der Betrachter neben den Standardfotos von Maidemonstrationen, Spatenstichen und Schlüsselübergaben auch auf  Erstveröffentlichungen.
Unveröffentlicht blieb übrigens auch ein Foto vom Besuch Robert Mugabes, dem damaligen Präsidenten von Simbabwe und heutigen Despoten eines geschundenen Landes, im Schweriner Lederwarenwerk. Das Foto zeigte das Gesicht des Präsidenten. Seitlich vor ihm stand Mugabes Sicherheitsbeamter, der das Parteiabzeichen der SED am Revers stecken hatte und größer wirkte als Mugabe selbst. Für solche pikanten Details hatte Höhne schon immer einen Blick. Das Foto aber wurde nicht gedruckt, dafür um so mehr Schnappschüsse vom Händeschütteln am Produktionsband.
Ernst Höhne machte Fotos von allen Sparten des Lebens in Schwerin. Ein absoluter Knüller war für ihn der erste Auftritt von Louis Armstrong in der Schweriner Sport- und Kongresshalle am 8. April 1965 (Eintritt: 6 - 15 Mark der DDR). Höhne zählt die Nahaufnahme von Satchmo mit den aufgeblasenen Backen und den vielen Schweißperlen auf dem Gesicht zu einem seiner gelungensten und wertvollsten Fotos. Es ist später sogar auf einem Cover des Berliner Konzertmitschnitts erschienen. Und auch Schwerin als Boxhochburg mit einer ausverkauften Boxarena auf der Freilichtbühne und vielen Größen des Boxsports sind in Höhnes Sammlung in einem Extrakapitel präsent.
Die in diesem Band dokumentierten Ereignisse in und um Schwerin finden ihren Abschluss in den friedlichen Montagsdemonstrationen auf dem Alten Garten im Wendeherbst 1989 und in der Öffnung aller Wege auch in Schwerin in ein freies, neues Leben als Bürger der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Wer hineinschaut, wird sich möglicherweise an der einen oder anderen Stelle wiederfinden. Auf einem Foto lässt sich die Wirklichkeit nicht einfach hinwegretuschieren. Darum haben solche Fotos wie von Ernst Höhne Langzeitwirkung.
Auszüge aus dem Vorwort von Wolfgang Schmidt