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Joachim Wohlgemuth

Egon und das achte Weltwunder

368 Seiten, 1 Abbildungen, Flexocover
ISBN 978-3-941683-06-8

12,95 € *
 
 
 
 
 
Ein Knacki, eine Einser-Abiturientin, Amor und Chaos pur …
 
Ein wahrlich ungleiches Paar gerät in eine spannende Liebesgeschichte. Egon, wegen Körperverletzung gerade aus dem Knast entlassen, lernt Christine kennen, genannt das »achte Weltwunder«. Ihren Beinamen verdankt die gutaussehende und gebildete Abiturientin der Tatsache, ganz ohne Männerbegleitung auszukommen. Doch da ist Egon, der sich wie Christine in einem Jugendprojekt bewähren soll. Egon aber ist gefangen in seiner alten Clique, liebt Rock’n Roll und Fusel. Das Happy End lässt auf sich warten, denn Egons Kumpel haben Überraschungen für den Romeo parat. Mit Lügen und Ausreden verstrickt der sich tief in ein Netz, aus dem es beinah kein Entkommen mehr gibt …
 
Joachim Wohlgemuth (1932–1996)
 
Der Schriftsteller Joachim Wohlgemuth wurde 1932 in Prenzlau geboren und verstarb 1996 in Neubrandenburg. Er studierte Philosophie in Leipzig. Ab 1959 lebte er als freiberuflicher Schriftsteller in Mecklenburg und war einer der bekanntesten Jugendbuchautoren der DDR. Seine Bücher wurden Vorlagen zu Fernsehfilmen und Theaterstücken. Der Bestseller "Egon und das achte Weltwunder" erschien ab 1962 in 31 Auflagen. In der gleichnamigen Verfilmung gab Gunter Schoß  Egon ein unverwechselbares Gesicht.
 
Joachim Wohlgemuth verfasste Erzählungen, Romane, Hörspiele und Fernsehdrehbücher. Seinen größten Erfolg erzielte er mit dem Roman »Egon und das achte Weltwunder«. Zu seinen weiteren Werken zählen u. a.: "Verlobung in Hullerbusch",  "Der Vater bin ich" oder "Das Puppenheim in Pinnow".
 

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Quelle: Nordkurier | 14. Januar 2011 | Susanne Schulz
Ewig junger Kerl, unsterblich verliebt und wieder "zu haben" ...
Dass Egon schon fast 50 ist, merkt ihm keiner an. Überhaupt, was heißt 50: War doch der ewig junge Kerl schon um die 20, als er 1962 das Licht der Literatur erblickte und sich auf den Seiten von Joachim Wohlgemuths Roman "Egon und das achte Weltwunder" unsterblich verliebte. Jetzt ist er wieder "zu haben": Der Friedländer Steffen Verlag hat den 1964 verfilmten, insgesamt eine halbe Million mal verkauften Bestseller in seiner "edition federchen" neu aufgelegt.
Unternehmenschef Sven Steffen, der am 19. Januar in der Neustrelitzer VollmOnd-Reihe aus dem Buch liest, nennt die Geschichte um den Ex-Knacki, der im Jugendobjekt Friedländer Große Wiese ein neuer Mensch werden will, sich rettungslos in die umworbene Einser-Abiturientin Christine verliebt und seine guten Vorsätze durch die alte Clique auf harte Proben gestellt sieht, als aktuelles Lieblingsbuch. Bereitet es ihm doch eine faszinierende Wiederbegegnung: "Dieses Buch war einfach anders als vieles, was ich sonst so las", erinnert er sich an das Lektüre-Erlebnis einst als Junge. …
Vor nahezu zehn Jahren hat der Unternehmer unter dem Dach seines Druck-Betriebes einen Verlag ins Leben gerufen, in dem seither rund 150 Bücher erschienen - Regional- und Jagdliteratur ebenso wie Bildbände, Lyrik und Belletristik. Glückliche Umstände und die Bekanntschaft von federchen-Chefin Heide Hampel mit den Rechte-Inhabern verhalfen dem Verlag zur Chance, "Egon und das achte Weltwunder" neu aufzulegen. Mit dem Dauerbrenner des 1996 verstorbenen Joachim Wohlgemuth soll eine kleine Reihe eröffnet werden mit Reprints von "guten, auch heute noch lesenswerten Büchern" aus der DDR, aus den Jugendjahren der heutigen Generation 40+.
Mit "Egon" eröffnet zudem das Literaturzentrum (LZ) zum 40-jährigen Bestehen eine Veranstaltungsreihe zum regionalen Literaturarchiv. Am 3. Februar wird LZ-Leiterin Erika Becker die Entstehungsgeschichte des Buches schildern und Steffen-Verlagsleiter Jörn Runge daraus lesen.
 
Quelle: KULTURKALENDER | Berliner Zeitung | Marcus Weingärtner | 26. Mai 2011
Die Liebe in Zeiten der Niethose
Günter Schoß liest aus dem Jugendbuch-Besteller "Egon und das achte Weltwunder"
Es gibt Jugendbücher, die nach ihrem Erscheinen großen Erfolg haben und dann, oft zu recht, vollkommen in Vergessenheit geraten. Oft kann man sich nicht mehr mit den Gedanken und Geschehnissen der jeweiligen Zeit identifizieren und legt das Buch nach ein paar Seiten verwundert wieder zur Seite. Wie konnte einen eine solche Schwarte nur so bewegen? Vielleicht ist man auch mittlerweile einfach zu erwachsen?
Joachim Wohlgemuths Jugendbuch "Egon und das achte Weltwunder" ist ein Jugendbuch aus der DDR von 1962 und darf ohne Untertreibung als Bestseller bezeichnet werden. Rund 32 Auflagen gibt es bis heute und wenn man das Buch liest, ist das erstmal recht verwunderlich. Die Geschichte eines 20-jährigen "Knackis" namens Egon, der sich in die Einser Abiturientin Christine verliebt, hat aus heutiger Sicht etwas sehr Angestaubtes. Die Kinder (er 20, sie 16) siezen sich und Egon hat Minderwertigkeitskomplexe ob seiner ungebildeten Herkunft, die er mit einer Vorliebe für harte Drinks kompensiert: "... wenn er erst drei oder vier Doppelstöckige intus hatte, würde er sogar mit einer gelehrten Oberschülerin klarkommen. ,Also Prost!'".
Gemeinsam fährt das ungleiche Noch-nicht-Pärchen nach Wische um sich einem Jugendprojekt zu widmen, bei dem Moorland urbar und nebenbei aus dem Nachwuchs auch gute Sozialisten gemacht werden sollen. Und natürlich wird aus Egon und Christine nach einigen Irrungen und Wirrungen allen Standesgrenzen zum Trotz ein Paar.
Der Rahmen der Geschichte wirkt heute so bizarr, dass sich der Leser die Augen reibt. Es sei denn, er erinnert sich an die 60er in der DDR - und wie es war: "mitten im hart-bunten Leben des Jugendobjektes zu stehen, im Sonnengedrön der Junitage Moor zur Nützlichkeit zu erziehen."
Doch auch wer noch nie Moor zur Nützlichkeit erzogen hat, sollte dem Buch eine Chance geben. Denn lässt man mal alle sozialistischen Bezüge beiseite, dann ist "Egon und das achte Weltwunder" ein Jugendbuch, wie es einfühlsamer für diese Altersklasse nicht sein könnte. Der Schmerz des Erwachsenwerdens, die übermäßige Melancholie und Unsicherheit der Pubertät, das Unwissen, wohin einen das Leben führen wird, all das wird von Wohlgemut so sensibel und ironisch eingearbeitet in die bittersüße Geschichte des Halbstarken, der sich für seine erste große Liebe zum Helden der Arbeit wandelt.
So betrachtet, ist das Buch zeitlos und ein spannendes, oft satirisches Dokument über eine Zeit, in der Jeans Niethosen hießen und die Krönung des Sonnabends der Besuch des Borkenheider Musical Clubs war. Letztlich ist es einfach ein Buch über die Liebe und wie man sie finden kann. Und dafür waren die Regeln hüben wie drüben dieselben. Günter Schoß, der den Egon in der Verfilmung von 1964 spielte, liest nun aus dem Buch. Halten Sie Ihre Niethosen bereit!
Lesung: So (29.5.) 16 Uhr, Babylon, R.-Lux.-Str. 30, anschl. der Defa-Film von 1964, Karten 13 Euro.
 
Quelle: Hans-Michael Marten | mdr, artour | Hans-Michael Marten | 14.06.2012
50 Jahre "Egon und das achte Weltwunder"
Es gehörte zur sogenannten Jeans-Literatur: Das Buch "Egon und das achte Weltwunder" von Joachim Wohlgemuth wurde kurz nach dem Erscheinen 1962 zum Bestseller und schon zwei Jahre später mit Gunter Schoß in der Hauptrolle verfilmt. Egon selbst ist ein zwanzigjähriger "Knacki", das achte Weltwunder ist eine junge Abiturientin. Er verliebt sich trotz der offensichtlichen Unterschiede zwischen den beiden unsterblich. Und er verwandelt sich für sie in einen "Helden der Arbeit".
Abgesehen von Bezügen zur DDR-Erziehung ist es ein zeitloses Buch über eine Jugendliebe und das Sich-Finden, für das noch heute die gleichen Regeln gelten. Nicht grundlos gab es seit Erscheinen des Romans bereits 32 Auflagen. Die letzte erschien im vergangenen Jahr im Steffen-Verlag. "Egon" wird nun 50 und scheint so frisch wie in der Erstausgabe. "artour" trifft Gunter Schoß, der im Film die Titelrolle spielte, und den Schriftsteller Gunter Preuss. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Egon-Geschichte und worin liegt die Faszination dieses nur vermeintlich angestaubten Stoffes?